Störche 2025
Wir haben am 05.02.2025 mit einem Steiger das Storchennest gereinigt. Das heißt die Grassoden und Stroh und so manches Baumaterial von den Störchen aus dem Nest entfernt und wieder mit Hackschnitzel aufgefüllt. Dies muss geschehen, damit bei Regen dieser durch das Nest abfließen kann. Wenn das nicht passieren würde, könnten die kleinen Störche zu nass werden oder sogar die Eier durch das Wasser unterkühlen und die Eier würden nicht mehr ausgebrütet werden können.
Ebenso haben wir den Rand ausgebessert. Vielen Dank an Christian für die Steuerung des Steigers. Nun können Hinnerk und Hilde kommen.
Das Nest wird fit gemacht und eine Kamera installiert.
Frühlingsgefühle auf der Küsten Ranch – Hinnerk und Hilde im Liebesrausch
Auf der Küsten Ranch wehte am 12. März ein frischer Nordwind, als Hinnerk, der storchige Casanova, mit kräftigen Flügelschlägen aus Spanien einflog. Er schüttelte das Salz aus den Federn, plusterte sich ordentlich auf und nahm mit stolzer Brust das alte Nest in Beschlag – hoch oben auf einer Plattform mitten auf der Weide. Sein drittes Jahr als Herr der Lüfte auf der Küsten Ranch begann.
Fünf Tage später, am 17. März, rauschte Hilde heran – elegante Landung, ein kurzer prüfender Blick auf das Nest... und auf Hinnerk. Er klapperte wie ein Weltmeister, dass selbst die grasenden Rinder kurz aufblickten. Hilde war entzückt.
Und von da an wurde die Küsten Ranch Zeugin eines wahren Liebesfeuerwerks: Paarung hier, Paarung da, Paarung überall. Man munkelte, einige Rinder hätten vor Scham sogar die Köpfe gesenkt.
Die Tage vergingen – oder besser gesagt: sie flogen vorbei – und am 7. April lag das erste kostbare Ei im Nest. Hinnerk stand stramm daneben, als hätte er es eigenhändig gelegt. Und es blieb nicht bei einem Ei!
Am 8. April ploppte Nummer zwei ins weiche Nestbett, am 11. April das dritte, das vierte folgte am 12., und am 14. April schließlich – Tusch und Fanfaren – das fünfte Ei!
Jetzt sitzen Hinnerk und Hilde stolz wie die Könige der Küstenweide über ihrem Schatz, wechseln sich mit Brüten und Klappern ab und verteidigen das Nest gegen jeden neugierigen Spatz, der zu dicht kommt.
Auf der Küsten Ranch liegt Liebe in der Luft – zart, stark und überall spürbar. Hoffentlich erklingt auch dieses Jahr wieder das fröhliche Klappern neuen Lebens. Denn hier ist Liebe kein kurzer Augenblick, sondern ein Versprechen, das mit jedem Herzschlag wächst.
Die Küken schlüpfen...
Am 11. Mai begann das Wunder im Nest auf der Küsten-Ranch. Zwei winzige Störche kämpften sich aus ihren Schalen, und am nächsten Tag, am 12. Mai, folgten noch zwei Geschwisterchen. Am 17. Mai schließlich öffnete auch das letzte Küken seine Augen und blickte zum ersten Mal in die weite Welt.
Doch der Frühling war hart. Der Mai war zu trocken, die Wiesen gaben kaum Nahrung her. Woche für Woche verloren die Eltern ihre Kleinen – bis nur einer übrig blieb: Christian.
Es war ein stiller, schmerzvoller Abschied, doch gerade deshalb richteten seine Eltern ihre ganze Liebe, Fürsorge und Kraft auf ihn. Mit geduldigem Füttern, wachsamen Augen und zärtlichem Klappern gaben sie ihm alles, was er brauchte.
Christian wuchs, Tag für Tag ein wenig stärker, und das Nest wurde erfüllt von seiner Neugier. Am 11. Juli schlug er zum ersten Mal zögerlich seine Flügel und hob ab. Ein wackliger, kurzer Flug – aber für ihn war es ein großer Moment. Danach zögerte er, traute sich nicht gleich wieder. Doch am 19. Juli fasste er neuen Mut. Von da an segelte er tagsüber über Felder und Küsten, kehrte aber abends immer wieder heim, in das Nest, in dem seine Eltern ihn großgezogen hatten.
Christian wird groß....
Doch eines war anders: Die Eltern verbrachten ihre Nächte nun woanders. Sie wussten, dass ihr Junge stark geworden war und bald seinen eigenen Weg gehen musste.
Am Mittwoch, den 6. August, kam die Stunde. Christian flog hinaus – und blieb auch nachts fort. Doch am 11. August kehrte er noch einmal zurück. Er stellte sich stolz ins Nest, klapperte laut, als wolle er der Welt verkünden: „Ich bin groß geworden – dank eurer Liebe!“
Dann erhob er sich, trug das Echo seines Schnabelklapperns in den Himmel hinaus – und das war der Abschied von Christian. Ein kleiner Storch, geboren in einer schweren Zeit, getragen von der Fürsorge und unerschütterlichen Liebe seiner Eltern, stark geworden, um die Welt zu entdecken. Er kämpfte Tag für Tag, Flügelschlag für Flügelschlag. Heute flieg er - frei, stark und voller Leben!